Diagnosekriterien und Verhaltensmerkmale
Man spricht von "Autistischen Störungen"
bzw. "Syndromen", weil sie eine Vielzahl von Einzelsymptomen
enthalten. Diese Syndrome werden in den psychiatrischen Klassifikationssystemen
DSM-IV und ICD-10 als "tiefgreifenden Entwicklungsstörungen"
aufgeführt.
Auf der Seite der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität
Marburg zum Marburger
Untersuchungs- und Forschungsprogramm zum Asperger-Syndrom und High-functioning-Autismus
sind die
Kriterien beider Systeme gegenüber gestellt.
Wir veröffentlichen hier die Kriterien von Gillberg,
da sie auch besonders deutlich die Verhaltensweisen von Kindern mit Asperger-Syndrom
schildern.
Diagnosekriterien für das Asperger Syndrom
von Gillberg und Gillberg (1989)
Soziale Beeinträchtigung (extreme Ich-Bezogenheit)
(mindestens zwei der folgenden Merkmale):
- Unfähigkeit, mit Gleichaltrigen zu interagieren
- mangelnder Wunsch, mit Gleichaltrigen zu interagieren
- mangelndes Verständnis für soziale Signale
- sozial und emotional unangemessenes Verhalten
Eingeengte Interessen
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
- Ausschluss anderer Aktivitäten
- repetitives Befolgen der Aktivität
- mehr Routine als Bedeutung
Repetitive Routinen
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
- für sich selbst, in Bezug auf bestimmte Lebensaspekte
- für andere
Rede- und Sprachbesonderheiten
(mindestens drei der folgenden Merkmale):
- verzögerte Entwicklung
- (oberflächlich gesehen) perfekter sprachlicher
Ausdruck
- formelle, pedantische Sprache
- seltsame Sprachmelodie, "fremder" Akzent,
eigenartige Stimm-Merkmale
- beeinträchtigtes Verständnis, einschließlich
Fehlinterpretationen von wörtlichen/implizierten Bedeutungen
Nonverbale Kommunikationsprobleme
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
- begrenzte Gestik
- unbeholfene/linkische Körpersprache
- begrenzte Mimik
- unangemessener Ausdruck
- eigenartig starrer Blick
Motorische Unbeholfenheit
- Mangelnde Leistung bei Untersuchung der neurologischen
Entwicklung
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